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 Sensationell. aber anstrengend:
 Zu Fuss auf den Teide zur "Hölle"  

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Wenn im Jenseits das Tor zur "Hölle" auch so gut bewacht wird, wie der Weg auf den Gipfel des Teide, hat gute Chancen im Himmel zu landen. Stark reglementiert hat das spanische Umweltministerium, ohne deren Erlaubnis niemand hinauf darf. Und die bekommt man nur, wenn man sich vorher eine Kopie des Personalausweises anfertigt und ein gelbes Formular ausfüllt. Doch selbst dann kann man nicht ohne weiteres den "Weg in die "Hölle"" antreten. Man muss sich im Büro der Nationalparkverwaltung nicht nur auf einen bestimmten Tag festlegen, sondern auch genau auf zwei Stunden an diesem Tag. Und am Eingang warten die "Höllenwächter", die die Papiere genauestens kontrollieren und dabei auf die Uhr schauen. Kommt man auch nur einige Minuten zu spät, dann war der Weg umsonst.


Die Geschichte des Berges


Die "Hölle" ist, so die Sage, ist der Gipfelkrater des Teide, denn für die Guanchen lag hier oben "Echeyde", die "Hölle". Ein Berg, der den Guanchen Leben gab, aber auch wieder ohne Vorwarnung nahm. Doch schon lange vorher, etwa 500.000 Jahre vor den Guanchen, muss es einen unvorstellbaren Ausbruch gegeben haben. Man weiß heute, dass es Teneriffa in seiner heutigen Form bis dahin nicht gab. Erst dieser Ausbruch schloss die Lücken und machte aus vielen kleinen Inseln eine große - der Teide nimmt, aber er gibt auch wieder. Die Guanchen selbst wagten es nicht, bis an den Krater zu gehen, denn irgendwo hoch da oben lebte "Guayota", ein Feuerkoyote, ein Ungeheuer, das immer hungrig war und jedes Lebewesen verschlang.
Daran denkt man aber nicht, wenn man sich mit seinem gelben Formular den Wächtern nähert. Nur 200 Menschen dürfen an einem Tag hinauf - und nicht mehr als 7300 im Jahr.



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Zu Fuß in die "Hölle"


Wie gesagt, nicht zu spät kommen, obwohl jedem, der ein wenig Kondition hat und sportlich ist, geraten sei, vom Gebäude der Nationalparkverwaltung aus hinauf zu wandern. Es ist eine Herausforderung, der Weg ist 13 Kilometer lang und man muss 1500 Höhenmeter bewältigen. Nur so kann man eintauchen in das leuchtende Silber und Schwarz der Lava, in das rötliche Braun, das einzigartige Rot und Gelb, aber auch das Weiß des Tuffsteins und in die graue oder goldene Basalt-Umgebung.
Dann, eigentlich überraschend, steht man vor der "Montaña Blanca", dem weißen Berg, der wie ein überdimensionierter Balkon aus dem Berg hervorsticht. Er ist das Signal, dass es jetzt auf einem engsten Pfad sehr steil in Höhe geht. Da fließen die Schweißtropfen, da redet man kein Wort mehr. Und dies bis zur Berghütte "Refugio de Altavista" auf bereits 3260 Metern Höhe.
Jetzt kommen sie, diese tiefschwarzen Bereiche, die vermitteln, dass gegen den Vulkan kein Kraut gewachsen ist. Man kommt zu der Stelle, wo im Jahre 1909 der Teide zum bislang letzten Mal seine Asche heraus schleuderte - Nasenlöchern gleich und furchteinflößend. Und man verfolgt in Gedanken den Weg der Lava bis hinunter nach Garachico, wo vor mehr als 300 Jahren die Hölle über diese lebendige Stadt herein brach: 40 Tage lang, ohne jegliche Unterbrechung. Erst am Tage des Heiligen Antonius, versiegten die Lavaströme, die Kirchen und Klöster, unendliche viele Häuser und selbst den Hafen "überfluteten".
Diesen Gedanken hängt man aber nicht lange nach, denn hier oben bläst der Wind, kalt und bissig. Man freut sich darüber, dass immer wieder grüne Pflänzchen aus den Steinen hervor blitzen - auch wenn man nicht weiß, wie sie heißen, das Grün ist Zeichen von Leben. Und man dankt, wem auch immer, dass man einen Tag erwischt hat, wo es nicht schneit, denn dann ist der Weg selbst schon die Hölle.
Kommt man auf etwa 3000 Metern an, dann hilft nur noch keuchen, selbst geübte Bergsteiger legen jetzt immer mehr Pausen ein. Doch die Belohnung ist der spektakuläre Blick in den alten Krater mit seinem Durchmesser von 16 Kilometern. "Caldera", Waschkessel, wird er von den Einheimischen genannt, er soll den Teide an Alter noch weit übertreffen - um Jahrmillionen.
Man ist irgendwann gar nicht mehr darauf vorbereitet, wieder einem Stück Zivilisation zu begegnen. Es ist ein einfaches Steinhauses mit einer Steinterrasse und einem Massenlager für die Besucher, die bereits vor dem ersten Sonnenstrahl in die "Hölle" hinauf möchten, um dort einen der schönsten Sonnenaufgänge der Welt zu beobachten.


"Sandalen-Terrorismus"


Doch hier beginnt auch der Hölle zweiter Teil: die Seilbahnstation. Hier wird das Touristenklischee in herausragender Form mehr als bestätigt. Die Menschen, die in der Seilbahn oder drumherum arbeiten, nennen dies "Sandalen-Terrorismus".
Die Tages-Seilbahn-Touristen glauben in großer Zahl, dass es auf Teneriffa auch in 3500 Metern Höhe mollig warm sei, denn die Mehrzahl von ihnen tragen dünne Shorts, ein T-Shirt und so genannte Flip-Flops, die "Vorausschauenden" immerhin Ledersandalen. Alle Vorurteile werden hier bestätigt - aber Mitleid kommt dem Wanderer keines auf. Er freut sich, dass viele von Ihnen, ohne auch nur einen Augenblick die Aussicht zu genießen, vor Kälte bibbernd sofort wieder in die Gondel zur Abfahrt zurückkehren.


Der Eingang zur "Hölle"


Mit dem gelben Zettel, wenn Tag und Uhrzeit stimmen, erlauben die "Wächter der Hölle", dass man die letzten 163 Meter erklimmen darf. Hat man sich vorher über die Bürokratie geärgert, ist man spätestens jetzt von großer Dankbarkeit gezeichnet. Diese 163 Meter sind Badeschlappen freie Zone, denn ohne gelben Zettel kommt niemand hinauf - eine Wohltat, dass man so nicht ist, wie all die anderen.
Dann ist man am "Tor zur Hölle"! Und jegliche Vorstellung von "Hölle" wird mit einer riesigen Enttäuschung enden: Man blickt in ein kleines, nach faulen Eiern stinkendes Mini-Kraterlein - und das war´s dann auch schon.
Trotzdem ist der Weg nicht umsonst. So nahe wird man dem Himmel nicht wieder so schnell sein. Blau, ein unglaubliches, ein fesselndes Blau - bis an den Horizont, Himmel und Meer im nahtlosen Übergang. Ein Ereignis! Selbst die anderen Inseln: Auch sie leuchten Blau im leichten Dunst.
Staunend, fast fassungslos steht man auf dem Gipfel und vergisst, dass man ja nur eine Stunde hier oben verweilen darf. Und man vergisst auch, dass Wissenschaftler einhellig die Meinung vertreten, dass wissenschaftlich errechnet die Zeit gekommen sei, dass der Teide wieder seine Lava-Schleusen öffnet. Hoffentlich dann nur ein wenig!



Kontakt


 Teide-Seilbahn
Preise (Stand 03/2011): Erwachsene 27 Euro, Kinder unter 14 Jahren 13.50 Euro, Einzelfahrt 13.50 Euro

Gipfelbesteigung:
täglich maximal 200 Personen, zwischen 9.00 und 17.00 Uhr wird bei Erteilung der Gipfelgenehmigung ein Zeitfenster von 2 Stunden zugewiesen.

Officina Parque Nacional
Calle Emilio Calzadilla 5 , Santa Cruz de Tenerife
Tel.: 0034 - 922 - 290129 , Fax: +34/922/24 47 88. , E-Mail: teide@oapn.mma.es
Montags bis freitags 9 bis 14 Uhr geöffnet; Kopie des Personalausweises aller beteiligten Personen mitbringen.
Gipfelgenehmigung per Internet: www.reservasparquesnacionales.es

Weitere Infos  hier

Schutzhütte "Refugio de Altavista"
Übernachtung auf 3270 Metern Höhe, 20 Euro pro Person
Reservierung: Büro der Seilbahn, Santa Cruz, C/ San Francisco 5 oder telefonisch 922 010 440 (Mo-Fr 8-14 Uhr)



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