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 Chinamada -
 Das Leben tief im Felsen ist bald Geschichte

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Zerklüftete Berge und tiefe Schluchten, abgeschieden und ursprünglich, das ist die Kurzbeschreibung einer der größten Natur-Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa, das "Anaga-Gebirge". Durch seine Topografie, die keine großen Eingriffe durch den Menschen erlaubt, ist es eine tolle Region für Entdecker und Naturfreunde. Und mitten drin das Bergdorf Chinamada. Es ist allerdings ein zweiter Blick erforderlich, um das Spektakuläre dieses Ortes zu entdecken.



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Alles nur Fassade


Weiß leuchten die Hausfassaden mit ihren farbenfroh gestrichenen Türen und Fenstern, dekoriert mit einigen Geranien, manchmal mit einem kleinen Garten davor. In der Tat gibt es nur eine Fassade - und wo ist das Haus? Die Antwort findet man im felsigen Berg selbst, denn die Menschen wohnen im Berg, und nur die Eingangs-Fassade beweist, dass hier Menschen wohnen. Und dies schon lange, als man noch in mühseliger Handarbeit Räume in die Felsen schlagen musste.

Ist Chinamada bald nur noch Museum?


Nur noch wenige Menschen leben ständig in Chinamada, die meisten Bewohner hat es in die Dörfer und Städte verschlagen - sie zogen die Bequemlichkeit der Moderne, dem Leben in der Einöd vor. Doch verbunden sind sie mit ihrer Heimat noch immer: Am Wochenende, zum Erholen oder zum Renovieren, um ihren Verwandten Lebensmittel zu bringen, da kommen alle gerne hierher, in eine Region, die der Zeitgeist wohl vergessen hatte. Die Alten, die noch hier wohnen, danken ihrem Gott dafür.

Für sie ist und war das Leben im Berg ein Garant: Er schützt sie vor den Willkürlichkeiten der Natur, vor Sturm, Regen und den nicht seltenen Unwettern, die der Nordostpassat verursacht. Und jeder Urlauber, der Chinamada besucht, teilt mit den verbliebenen Bewohnern die Faszination einer grandiosen Aussicht über eine nicht zu beschreibende Bergwelt bis hinunter an die Küste von Punta de Hidalgo.

Und beim Betrachten der Umgebung stellt sich jeder die Frage, wie war ein Leben in dieser Abgeschiedenheit überhaupt möglich? Ein Leben in 500 Meter über dem Meer, mit unfruchtbaren Böden, an steilen Hängen und Witterungsbedingungen, die ein Strandurlauber im Süden nicht für möglich halten würde.

Ja früher, da waren die "Bergleute" bekannt dafür, dass ihr Einfallsreichtum, um hier überleben zu können, unendlich war. Selbst in der "modernen" Zeit war es für sie aussichtslos, sich mit hilfreichen Maschinen die Arbeit zu erleichtern. Doch der liebe Gott, so sagen sie, hat ihnen den Esel geschenkt: Er ist der ideale Helfer für alle Arbeiten, die ein Bauer hier oben zu erledigen hatte.


1990 kam die Straße nach Chinamada - und dann das Telefon


Der Esel war auch das Transportmittel, um auf einem nicht ungefährlichen, sandigen Pfad die Ernte nach Las Carboneras. Las Carboneras war für die Menschen von Chinamada das "Tor zur Welt", obwohl es auch nur ein kleines "Nest" war. Erst Anfang 1990 erbarmte sich die Regierung von Teneriffa der Einwohner von Chinamada: Man baute ihnen eine asphaltierte Straße. Mit ihr kam aber noch eine weitere Erleichterung: Elektrizität! Erst installierte man überall moderne Solarmodule an die Felsen, denen später der Anschluss an das öffentliche Stromnetz folgte - und das Telefon!


Der Weg zu den Höhlen und zum Höhlenrestaurant

Urlauber, die sich nicht zu Fuß auf den Weg nach Chinamada machen möchten, sollten sich einen Mietwagen nehmen, denn schon alleine die Fahrt dorthin ist ein herrliches Urlaubserlebnis. Von La Laguna aus fährt man durch den wunderbaren Mercedeswald, und kurz vor Taborna geht es links nach Las Carboneras und dann nach Chinamada. Dort angekommen empfiehlt es sich, erst einmal zum spektakulären Aussichtspunkt "Mirador Aguaide", etwa zehn Minuten vom Dorf entfernt, zu spazieren, um die ganze Landschaft mit ihrer bizarren Natur zu genießen.

Ein kleines, interessantes Restaurant hat man auch eröffnet, das nicht umsonst den Namen "La Cueva" bekam, denn das Restaurant ist ebenfalls einer Höhle gleich in den Berg gehauen. Serviert wird, außer Montag und Dienstag, eine einfache, aber gute kanarische Küche. Und gratis gibt es noch ein einmaliges Ambiente dazu!




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